Archiv für Mai 2009

h1

Drei Sterne.

7 Mai 2009

Das Kind weinte.
Es hatte das erste Mal erfahren, was geschieht, wenn man unangepasst ist. In der Schule hatte es sein feines Kleid getragen, der Mutter zum Trotz. Diese hatte es ihrer Tochter zur Hochzeit des Onkels gekauft, es war Blau mit einem Blumenmuster und türkisem Unterrock, die feinen Träger ebenfalls in einem blassen Blau. Das Mädchen trug es mit unschuldigem Stolz, und war sich bewundernden Blicken gewiss. Gegen den unerwartet neidvollen Spott seiner Schulkameraden war es nicht gewappnet.
Der Großvater, der dem Kind immer ein weiser Freund gewesen war, tröstete es:
„Weißt du“, sagte der alte Mann, „jeder Mensch trägt drei Sterne in seinem Herzen. Der Erste ist nur zum Verglühen bestimmt,“ – das Mädchen legte den Kopf schief und die Stirn in Falten – „Der Zweite nur zum Erhellen. Der Dritte aber ist dein Freund.“
„Aber wie kann ich ihn finden, wenn es Nacht wird?“, fragte das Kind mit großen Augen.
Der alte Mann strich sich über den Bart und lächelte verständnisvoll: „Du wirst ihn finden wenn die Zeit gekommen ist. Sie wird kommen, sei dir sicher!“
„Warum?“
„Weil alles seine Zeit hat. In Phasen des Lichts wartet der erste Stern auf seine Zeit, in Phasen des Dunkels der zweite. Nur der dritte ist bestimmt, ewig zu warten. Vielleicht wirst du ihn erst in deiner letzten Stunde erkennen, vielleicht schon bald. Ach, was rede ich über den Tod, du hast noch so viel vor dir, mein Kind.“ – Und er strich dem Mädchen übers sonnengewärmte Haar und lächelte warm, den kleinen Schalk in seinen Augen entlarvend.

I.S. 07.05.2009

h1

7 Mai 2009

And through all the blurred

img_5635

I can see the colours.

img_5639

This rainbow, a soul.

h1

Darkroom 4.0

5 Mai 2009

img_8001r

h1

Goldnebel.

3 Mai 2009

Als er erwachte, umgab ihn Dunkelheit.
Um ihn herum rankten sich Traumnebel und Schattenhaar, erstere weich wie ein Jadestein, letztere wogend und ein wenig rau, wie Rabengefieder in dem noch der Abendduft hängt.
Dass die Dunkelheit unumgänglich war wusste er, dennoch machte er sich auf, die Funken aus seinen Träumen zu suchen.
Er konnte ihr wärmendes Licht auf seiner Hand spüren, die fließende Schönheit lies ihn erschaudern und Ehrfurcht sein Herz umschlingen.
Der Weg unter seinen Füßen wich seinem Sehnen und während er durch den Nebel und durch die Zeit an all seinen vergangenen Träumen vorbeischritt, wurde er des Glanzes gewahr.
Ein irisierendes Leuchten, das sich von Orange bis Scharlachrot erstreckte, belohnte sein hungriges Herz; Die Hände bebend, grabend.
Und er fand die Sterne, im Schoß der Erde.

Die Grausamkeit der Explosion der sich überschlagenden Gefühle ließ ihn weniger werden als als einen Mann, doch stärker als die Nebel, die sich lichteten.
Er wusste, dass er es vollenden durfte.

Schweigend erklomm er den höchsten Berg, um der Dunkelheit näher zu sein, und warf die Sterne in den Himmel..

I.S. 03.05.2009