Archiv für die Kategorie ‘Momente’

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Von Licht und Dunkelheit (Teil 1 – Prolog)

31 Oktober 2009

Aeguame war die Göttin des Wassers.
Sie trug ihre Krone aus Gischt wie eine stolze, stille Jungfrau und ihre langen, weißblonden Haare schlangen sich in sanften Wellen um ihre Schultern und Hüfte. Das schmale, dennoch sinnliche Gesicht besaß warme, volle Lippen, die Augen waren von einem tiefen, pulsierenden Blau. Ihre ganze Gestalt schien leicht transparent zu sein, wie es das von ihr beherrschte Element verlangte. Aeguame beherrschte neben ihrem Element die Besonnenheit und Weisheit.

Eglisca, ihre rotäugige Schwester, war wild, fröhlich und ganz und gar nicht transparent.
Sie besaß tiefrotes, langes Haar, in dem Funken glitzerten und einen solchen Überschuss an Sinnlichkeit, dass es niemanden verwunderte, dass sie neben ihrem flammenden Element auch die Liebe und Erotik beherrschte. Eglisca hatte eine schmale Hüfte, schwere runde Brüste und ein fast magisch anziehendes, sehr weibliches Gesicht.

Einst hatte Eglisca die Krieger Megyra’s in eine Feuerbsbrunst getrieben und umkommen lassen, was ihr zudem den Ruf einbrachte, dem Kampfe und der Rache zugeneigt zu sein.
Aeguame hatte die salzigen Tränen der Witwen und Kinder aufgefangen und in einem dreimal gewundenen Gefäß bewahrt. Sie war die sanfte Göttin der Trauer und des Trostes und wurde auch zu diesem Zwecke angerufen.

Aeguame und Eglisca besaßen Winter und Sommer – war Aeguame zu traurig, so gab es keinen richtigen Winter, war Eglisca zu fröhlich, verdorrten im Sommer die Felder, da es nie regnete.
Gemeinsam bildeten sie das Gleichgewicht der Menschen, da bekannterweise die menschlichsten Emotionen Liebe und Hass, Wildheit und Besonnenheit und Freude und Trauer sind.

 

Das Gleichgewicht der Natur bildeten Soluna und Aerune.

Soluna, deren sommersprossiges Gesicht mit den smaragdgrünen Augen vom bernsteinfarbenen, gewellten Haar so harmonisch ergänzt wurde, beherrschte die Erde und war damit die Schutzgöttin aller Geschöpfe. In ihrem Haar wohnte der Wind, den sie im Herbst freigab, und die Farben des Herbstes waren gleichsam die Farben ihres Mantels. Soluna’s Erde barg die Körper der Toten.

Aerune, die Göttin der Luft, war die Jüngste von Allen und hatte ein feines, helles Gesicht mit fast goldener Augenfarbe. Ihr Haar war von einem hellen, lockigen Strohblond. Sie war stets jugendlich fröhlich, obwohl ein melancholischer Ausdruck um ihre Lippen spielte. Aeruna beherrschte das Wetter, mit Ausnahme des Herbstwindes, und war die Göttin der Geburt. Sie beschwor Nebel und brachte den Frühling, den Neubeginn.

Das Gleichgewicht der Natur umfasste Geburt und Tod, Jugend und Reife, den Zirkel des Lebens.

 

Lysis gehörte zu keinem der zwei irdischen Gleichgewichte, sie war das mächtige Gegengewicht zu ihren vier Schwestern. Sie war die Göttin des Geistes. Ihr schwarzes, glattes Haar reichte ihr bis zur Hüfte, die vollen roten Lippen ergänzten die hellbraunen Augen. Lysis herrschte über das Totenreich, jedoch nicht über den Tod, denn dieser ist frei und besitzt kein irdisches Wesen.
Lysis herrschte nicht über Seuchen und Naturkathastrophen, sie schickte keine Plagen, Strafen oder Belohnungen. Sie gab allein den Nebelgeistern der Toten ein Heim und schickte die Geister der noch nicht Geborenen zu Aerune, die diese in die Körper hauchte. Lysis war nicht von böser Natur, dennoch wurde sie von den meisten irdischen Wesen gefürchtet.

 

Das Herrscherpaar des Götterreiches und Eltern der fünf Göttinnen waren Apricus und Selûne, die zugleich die beiden Pole des Universums verkörperten.
Apricus, der das Licht beherrschte, lenkte die Sonne, während Selûne, die Göttin der Dunkelheit, die Mondbahnen zog.

 

I.S. 31.10.2009 – To be continued..

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Das blonde Mädchen.

6 September 2009

Das war sie also.
Sie war klein und blond,und eigentlich überhaupt nicht so, wie sie sie sich vorgestellt hatte. Sie hatte eine Stupsnase und volle runde Backen, aber war nicht dick. Wenn sie lächelte – und sie lächelte breit und fröhlich, noch ein wenig wie ein Kind – konnte man die Wangen besonders gut erkennen.
Das hellblonde Haar, nicht besonders lang, aber in einem losen Zopf getragen, unterstrich ihre fast zierlich zu nennende Erscheinung.
Die ganze Gestalt strahlte positive, unschuldige Energie aus und ließ die Betrachterin staunen – wie anders war das Mädchen in ihrer Vorstellung gewesen!
Auch die Straße und das Haus sahen anders aus – vergeblich suchte sie den Schnee und das alte Holz in der Einsamkeit, was sie vorfand war eine relativ moderne, breite, aber sehr ruhige Straße in einem typischen Wohngebiet – die Häuser hatten je einen kleinen Garten, den man von der Straße aus zuerst sah, und waren in warmen Beige- und Brauntönen gestrichen.
Ärmlich sah das Haus des blonden Mädchens nicht aus, eher recht normal. Zur Eingangstür musste man durch den Vorgarten einige Treppen hinaufsteigen, das Haus lag auf einem kleinen Hügel. Zum Betreten des Hauses kam es jedoch gar nicht, sie liefen die Straße entlang und betrachteten die Häuser, unter denen jenes auf dem Hügel gewissermaßen das Zentrum bildete.
Sie konnte die Augen nicht abwenden von der so überraschend anderen, lebensfrohen und kindlichen Schönheit, fast war es, als würde sie sich selbst ein wenig in sie verlieben – und sie glaubte zu verstehen, was ein Mann an ihr finden könnte. Die sich ausbreitende Angst schaffte es nicht, bis zu ihrem Bewusstsein vorzudringen, zu groß war die Magie die von dem Mädchen ausging und sie gefangen hielt.
Sie war allein mit ihr, und ohne etwas das zwischen ihnen stand lebte sie den Moment. Sie dachte nicht einmal nach.
Sie erwachte, und sofort ergriff sie Wehmut – sie würde sie nie kennelernen, nie ihr hübsches Lächeln sehen.
Zum einen weil es schlicht unmöglich war, zum anderen, weil es dieses Mädchen gar nicht gab..

I.S. 06.09.2009

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Ein Lagebericht.

4 September 2009

I’m now about 8 weeks out of Germany and finally I feel like writing a first report.
In the end of June I went by nighttrain to Amsterdam to meet a friend – after 8 hours of terrible travelling with some awfully bad „sleep“ I finally arrived and spent a great day in one of these cosy and relaxed cosmopolitan cities I love so much – yes, I am truly a child of Stuttgart.
The only problem there were the thousands of tourists, but that is what you get, of course.

At the same time I stopped medication – 4 weeks of holidays followed.

By the beginning of August I started with a intensive language course, and by today I understand most of what people say here – it means a lot to me and makes me joyful and proud to speak a new tongue.
A nice, big and sunny room in a very clean student house was found during the past weeks, I spent some money on new furniture and it looks like it will turn out great.
I organized my books, had some talks with mentors and finally look at the results and feel this silent satisfaction – life is in order again.

Of course I had to make some sacrifices – Family and friends are 500km away and indeed I miss these few people; but even from this distance they manage to form this strong mental spine of mine.
Also, they all support my every dicision and track my developments.
Things have changed – I feel even more close to these people than before, we grew closer.
Also, I spent a lot of money (language course, train travels, school books, school, room, furniture,..), but I think it’s all worth it

Meanwhile family life here is unbelievable, I recieve so much support and sympathy and feel safe.
The dominating feelings during the last days/weeks were definitely thankfulness and happiness, and I hope they will drag me through the bad days that may expect me sometime again.
It feels like I have a strong and safe base formed of dear people and own archievements, and there are no regrets whatsoever.

Families, friends (you know what you mean to me), and W., whom I love with all I have – I wish to thank you.

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Nachtwanderung (unfertig)

24 Juni 2009

Nachtwandernd, schlafend,
Die Lider gesenkt;
Die Träume noch lose im Haar
Wandelt sie, sanft, und auf silbernem Weg,
Kreuzt sie auch Hades’ flammenden Steg,
Ihr bietet sich Düsternis dar.

Wächter der Nacht, eisgrauer Bote,
Schützend die Hand über ihr
Künder des Morgens, in strahlendem Licht,
Fängt sie und führt sie zu dir.

Kein Blick zurück!,
War der strenge Befehl,
Während sie ihren Weg still begeht
Stärker die Bande, der Glanz ihrer Augen
Trifft seine, schlägt Brücken, seine Küsse zu rauben,
Selbst wenn die Welt dadurch vergeht.

Ein stärkeres Führband
unsterblicher Väter
gesponnen aus Wolken und Mohn
geschlungen um Hüfte, um Hals
Die Stimmen bar jedweden Halls
Es fehlt nur der güldene Sohn

Wächter der Nacht, eisgrauer Bote,
Schützend die Hand über ihr
Künder des Morgens, in strahlendem Licht,
Fängt sie und führt sie zu dir.

I.S. 22.-24. 06.2009

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Drei Sterne.

7 Mai 2009

Das Kind weinte.
Es hatte das erste Mal erfahren, was geschieht, wenn man unangepasst ist. In der Schule hatte es sein feines Kleid getragen, der Mutter zum Trotz. Diese hatte es ihrer Tochter zur Hochzeit des Onkels gekauft, es war Blau mit einem Blumenmuster und türkisem Unterrock, die feinen Träger ebenfalls in einem blassen Blau. Das Mädchen trug es mit unschuldigem Stolz, und war sich bewundernden Blicken gewiss. Gegen den unerwartet neidvollen Spott seiner Schulkameraden war es nicht gewappnet.
Der Großvater, der dem Kind immer ein weiser Freund gewesen war, tröstete es:
„Weißt du“, sagte der alte Mann, „jeder Mensch trägt drei Sterne in seinem Herzen. Der Erste ist nur zum Verglühen bestimmt,“ – das Mädchen legte den Kopf schief und die Stirn in Falten – „Der Zweite nur zum Erhellen. Der Dritte aber ist dein Freund.“
„Aber wie kann ich ihn finden, wenn es Nacht wird?“, fragte das Kind mit großen Augen.
Der alte Mann strich sich über den Bart und lächelte verständnisvoll: „Du wirst ihn finden wenn die Zeit gekommen ist. Sie wird kommen, sei dir sicher!“
„Warum?“
„Weil alles seine Zeit hat. In Phasen des Lichts wartet der erste Stern auf seine Zeit, in Phasen des Dunkels der zweite. Nur der dritte ist bestimmt, ewig zu warten. Vielleicht wirst du ihn erst in deiner letzten Stunde erkennen, vielleicht schon bald. Ach, was rede ich über den Tod, du hast noch so viel vor dir, mein Kind.“ – Und er strich dem Mädchen übers sonnengewärmte Haar und lächelte warm, den kleinen Schalk in seinen Augen entlarvend.

I.S. 07.05.2009

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Goldnebel.

3 Mai 2009

Als er erwachte, umgab ihn Dunkelheit.
Um ihn herum rankten sich Traumnebel und Schattenhaar, erstere weich wie ein Jadestein, letztere wogend und ein wenig rau, wie Rabengefieder in dem noch der Abendduft hängt.
Dass die Dunkelheit unumgänglich war wusste er, dennoch machte er sich auf, die Funken aus seinen Träumen zu suchen.
Er konnte ihr wärmendes Licht auf seiner Hand spüren, die fließende Schönheit lies ihn erschaudern und Ehrfurcht sein Herz umschlingen.
Der Weg unter seinen Füßen wich seinem Sehnen und während er durch den Nebel und durch die Zeit an all seinen vergangenen Träumen vorbeischritt, wurde er des Glanzes gewahr.
Ein irisierendes Leuchten, das sich von Orange bis Scharlachrot erstreckte, belohnte sein hungriges Herz; Die Hände bebend, grabend.
Und er fand die Sterne, im Schoß der Erde.

Die Grausamkeit der Explosion der sich überschlagenden Gefühle ließ ihn weniger werden als als einen Mann, doch stärker als die Nebel, die sich lichteten.
Er wusste, dass er es vollenden durfte.

Schweigend erklomm er den höchsten Berg, um der Dunkelheit näher zu sein, und warf die Sterne in den Himmel..

I.S. 03.05.2009

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Silberwind.

8 April 2009

Die Schritte der Menschen sind noch etwas ziellos, verheddert in imaginärem Gestrüpp.
Verletzlich wie die Vogelfamilie, die das nasse Gefieder erst trocknen lassen muss und sich zu diesem Zwecke mit jedem Sonnenstrahl verbünden will.
Die Herzen fühlen sich an wie in Teer getaucht, die Federn lose hineingesteckt – als müsste die Seele erst im zähen Dunkel versinken, um den Flügeln Halt zu geben.

Ein blasser Wind steigt spiralenförmig in den erblauenden Himmel, der unsicher beginnt, die Wolken zu vertreiben, aber sich noch nicht recht zu trauen scheint. Wie eine flüssige Säule aus Silber.
Am oberen Ende teilt sich die stille Eleganz, und Tropfen fallen zu Boden, einer in jedes Auge.
Die Menschen erkennen sich nun in einer tiefen, spiegelnden Unendlichkeit, wenn sie sich ansehen.
„Was fühlst du?“ fragt er, die andächtige Stille durchdringend.
„Dich“, ihre Antwort. Und am Grund ihrer Augen versickert der Silbertropfen, bricht mit seinem Glanz durch das geteerte Herz und verbindet sich mit der granatfarbenen Schönheit im Innern.
Es ist dieselbe Schönheit, die so manches Mal zu endlosen Fluren wird, durch die der Wind flieht.
Nicht jetzt.

Das Silber umfließt auch die Blutbuche; Im Rauschen der Wipfel schwingt eine sanfte Melodie mit, durch die laue Luft streckt sie sich und berührt die Ruhenden mit warmer Hand.
Selbst sie kann sich trotz ihrer königlichen Verachtung, die sie sonst für die Welt hegt, dem Augenblick nicht entziehen. Genaugenommen ist sie sogar dankbar, ihre silberne Quintessenz begleiten zu dürfen – und hätte sie statt ihres klingenden Geistes ein menschliches Herz, würde sich der Stolz in Demut wandeln angesichts der Magie, die den alten Baum umfängt.

Der Himmel hat endlich den Mut gefunden, das Grau zu verscheuchen; Die übrigen weißen Wölkchen hängen wie Blüten am Firmament. Im Blau treffen sich Silber und Granat, tanzend und schwerelos.

(I.S. 08.04.2009)

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2 April 2009

I can’t remember when i cried the last time because of someone’s beauty.

Thank you.

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„Summer is a-coming, arise, arise!“

22 März 2009

My mood is incredible.
Awoke because of a harsh nightmare that showed me all my fears once more, felt lost and broken for some hours, but also a strange kind of happy.
This hopeful athmosphere of arising spring amazes me each time, I can’t believe how thankful and silent it makes me feel to see the trees behind my house, feel the softness of the wind and the sun on my skin and take a deep breath.
So much beauty is reflecting in my eyes, and my heart turns the pictures into a deep blue sea.
It forces me on my knees.

I can’t locate myself, and this time it doesn’t feel bad at all.

20.03.2009

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Schattenecho.

19 März 2009

Der Spiegel fremd, der Funken kam
vom Abgrund einer Zeit
von Sinn und Widersinn, vereint
und Mondglanz, schweigsam Eitelkeit.

Dem matten Gold entrissen
der Zeiger keiner Uhr

Geheimes Laub, ein Kranich fliegt
und singt sein schwarzes Lied
Von seinem Hals bekanntes Bild
tönt durch die kahle Flur.

Was gäb’ ich drum wie er zu sein,
durch Lüfte klar und weich
zu lesen seiner Augen Stern
im Schattenecho Zeit.

I.S. 18.03.2009