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Eclosion.

7 März 2017

Im Schneidersitz auf der Brücke sitzen. Dort sitzen, in der Dunkelheit des noch jungen Abends, und die Kälte spüren, die vom Beton langsam in die Knochen kriecht. Die kalte Luft spüren, wie sie sich in Kehle und Brust verteilt. Merken, wie die Nase beginnt zu laufen.
Sich bewusst machen, dass man in der Luft hängt, über abertausenden Litern eiskalten, schwarzen Flusses. Die Angst herauskitzeln wollen, sie in sich selbst sticheln – doch sie mag nicht.

Aufstehen, sich mit den Hüften an die Brüstung lehnen. Vertrauen auf ein Geländer aus Stahl, durch das der Wind weht. Auf die Angst warten, die so manches Mal nur zu gerne kommen will. Sie bleibt fern.

Alles ist auf einmal so schön. Jeder Mensch, der verwundert schaut beim vorbeilaufen, ist freundlich und warm. Alles, was geschieht, ist Unschuld.
Ein spazierendes Paar Freunde lächelt sich an, ihre Haare wehen im Wind. Ein alter Mann schleppt ächzend einen leeren Getränkekasten ans andere Ufer. Ein Jogger läuft im Schein seiner eigenen Taschenlampe in Richtung der Lichter.

Weitergehen mit demselben Lied im Ohr. Durch die Nacht schweben, lächelnd. Tanzen wollen. Mitsingen. Alle anlächeln. Weiche Augen bekommen.

Dem Wunder die Hände hinhalten und weitergehen.

I. S., 7.3.2017

 

 

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